Erfolgreiches Unternehmen: Umsätze und Gewinne steigern

Erfolgreiches Unternehmen: Umsätze und Gewinne steigern

Du bist Unternehmer aus Leidenschaft. Jeden Tag stehst du mit dem guten Gefühl auf, dass du für dein eigenes Geschäft arbeitest: Du hast die Hebel in der Hand. Das eigene Business mit Leidenschaft zu führen, ist aber noch kein Garant dafür, dass es auch funktioniert. Ein eigenes Unternehmen lohnt sich nur, wenn auch die Zahlen stimmen. Damit sind Unternehmer tagtäglich konfrontiert. Stimmt der Umsatz, stimmt nicht automatisch auch der Gewinn. Zeitgold gibt dir einen Überblick und erklärt, was du zu Umsatz und Gewinn wissen musst und wie du beides steigern kannst.

Umsatz und Gewinn – was ist der Unterschied?

Den Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn zu kennen, gehört zu den Unternehmer-Basics. Der Umsatz bezeichnet alle Einnahmen eines Unternehmens. Dies beinhaltet wirklich alle Erträge – seien es Erlöse aus Produktverkäufen, Dienstleistungen oder Mieteinnahmen. Kurz gesagt: Der Umsatz beschreibt alles, was ein Unternehmen in einer bestimmten Zeit eingenommen hat. 

Unter Gewinn versteht man das, was dir als Unternehmer unterm Strich übrig bleibt. Gewinn meint also deinen Umsatz abzüglich all deiner Ausgaben. Dazu gehören natürlich die Lohnkosten deiner Mitarbeiter, die Büromiete, der Firmenwagen, die Produktionskosten, Nebenkosten, Büromaterialien und dergleichen. 

Einfache Rechenformeln

Umsatz = Absatzmenge x Preis + weitere Einnahmen 
Gewinn =
Umsatz – Ausgaben

Gut zu wissen

Für die Berechnung deiner Steuerlast wird der Unternehmensgewinn zugrunde gelegt. Solltest du in einem Jahr zwar hohe Einnahmen, aber auch hohe Ausgaben haben, wird dies gegengerechnet. Deswegen ist es für dich auch ratsam, so viel wie möglich von der Steuer abzusetzen. Dadurch bleibt umso mehr für dich.

Break-even-Point: wichtig für Unternehmen

Für Unternehmen ist der Break-even-Point eine wichtige Kennzahl. Er bezeichnet die Gewinnschwelle einer Firma. Am Break-even-Point gleichen sich Einnahmen und Ausgaben aus. Ein Unternehmen erzielt dann weder Gewinne, noch macht es Verluste. Kosten und Erträge sind somit gleich groß. Wird der Break-even-Point überschritten, übersteigen die Einnahmen die Ausgaben.

Mithilfe der Gewinnschwellenanalyse oder auch Berechnung des Break-even-Points findest du leicht heraus, wie viele deiner Produkte du verkaufen beziehungsweise wie viel Umsatz du mit deiner Dienstleistung erwirtschaften musst, um all deine Ausgaben zu decken. Die Analyse zeigt auch, wie viel Umsatz du generieren musst, um einen Gewinn zu erzielen. 

Grafisch kannst du ganz einfach sehen, wo sich der Break-even-Point deines Unternehmens befindet. Dafür musst du Fixkosten, variable Kosten und deine Verkaufserlöse in ein Diagramm einzeichnen. So kannst du schnell erkennen, wie viel Umsatz du machen musst, um einen Gewinn zu erwirtschaften. Das Diagramm nimmt dir Excel ab, wenn du die Daten vorher in eine Tabelle einträgst. Grafisch liegt der Break-even-Point dort, wo sich die Kurve der Einnahmen und die der Ausgaben überschneidet. 

Die Break-even-Point-Formel 

Den Break-even-Point deines Unternehmens kannst du mit einer Formel selbst errechnen. Die Gewinnschwelle berechnest du wie folgt: 

[purple] Break-even-Point (BEP) = Fixkosten : (Verkaufspreis - variable Kosten pro Stück) 

Hinweis

Zu den Fixkosten gehören beispielsweise Miete, die Abschreibung von Produktionsgeräten und Lohnkosten. Zu den variablen Kosten zählen auch Materialien und Versand.  

Break-even-Analyse – eine Beispielrechnung

Sagen wir, du produzierst und verkaufst einen eigenen Schokoriegel. Deine Fixkosten für die Produktion und den Vertrieb liegen bei 10.000 Euro. Ein Riegel kostet den Endkonsumenten 2,50 Euro. Deine variablen Kosten liegen pro Stück bei 0,50 Euro. Dein Deckungsbetrag beläuft sich somit auf zwei Euro. Den Deckungsbeitrag ermittelst du, indem du die variablen Kosten vom Verkaufspreis abziehst. 

[purple] BEP = 10.000 : (2,50 - 0,50) = 5000 

→ Das Ergebnis bedeutet, dass du 5000 Schokoriegel verkaufen musst, damit Einnahmen und Ausgaben sich decken. 

Den Gewinnschwellenumsatz berechnest du, indem du das BEP-Ergebnis mit dem regulären Verkaufspreis multiplizierst. 

[purple] 5000 x 2,50 Euro = 12.500 Euro

Das heißt, ab einem Umsatz von 12.500 erreichst du die Gewinnschwelle. Erwirtschaftest du mehr, erzielst du Gewinne. 

Die Break-even-Analyse bietet dir relativ schnell einen Überblick darüber, wie viel du mit deinem Unternehmen erwirtschaften musst, um profitabel zu sein. Vorausgesetzt, du kennst deine Fixkosten und weißt, wieviel dich Material, Herstellung und Versand pro Stück kosten. 

Break-even-Analyse für Dienstleister

Bietest du eine Dienstleistung an, kannst du die Gewinnschwelle ebenfalls berechnen. Dafür musst du deine monatlichen Ausgaben kennen und den Preis deiner Dienstleistung. 

Angenommen du besitzt einen Friseursalon und deine monatlichen Ausgaben für Ladenmiete, Strom, Wasser, Gehalt, Produkte und Getränke belaufen sich auf 7000 Euro. Ein Damenhaarschnitt mit Waschen und Föhnen kostet 45 Euro.

[purple] 5000 : 45 Euro = 111 

Das bedeutet, du müsstest 111 Damen einen neuen Haarschnitt verpassen, um deine Ausgaben zu decken. Alles darüber hinaus ist dein Gewinn. Diese Rechnung ist natürlich sehr vereinfacht. Schließlich haben Friseure auch Kundinnen, die zusätzlich zum neuen Schnitt ihre Haare färben lassen und dementsprechend mehr bezahlen. In diesem Fall veranschlagst du den Preis, den eine Kundin im Durchschnitt bei dir zahlt. 

Umsatz steigern – so klappt’s

Hand aufs Herz: Natürlich möchtest du mit deinem Unternehmen auch Geld verdienen. Damit du jedoch Gewinne erzielen kannst, musst du zuerst Umsatz generieren. Je mehr du umsetzt, desto mehr sollte dir am Ende übrig bleiben. Denn mit steigendem Absatz sinken deine Fixkosten pro Kunde. Wie viel Umsatz du erzielst, musst du nicht dem Zufall überlassen. Es gibt ein paar Strategien, wie du deinen Umsatz steigern kannst.

1. Mehr Kunden gewinnen

Mehr Kunden bedeuten für dich als Unternehmer auch mehr Geld – sofern du mit deinen Kapazitäten noch nicht ausgelastet bist. Zugegeben, neue Kunden zu gewinnen, gehört nicht unbedingt zu den einfachsten Herausforderungen des Unternehmerdaseins. Doch deine Kunden sind das Herzstück deines Unternehmens. Selbst wenn dein Produkt noch so gut ist, bringt es dir nichts, wenn es niemanden gibt, der es kauft. 

Wie gewinnt man neue Kunden? In erster Linie gilt es, mehr Menschen auf dein Unternehmen aufmerksam zu machen. Dies wiederum funktioniert am besten, indem du die Werbetrommel rührst. Keine Sorge – dafür musst du nicht zwangsläufig viel Geld ausgeben. Durch soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram erreichst du eine große Reichweite an potenziellen Kunden, ohne auch nur einen Cent auszugeben. Alternativ kannst du Anzeigen auf Google schalten. Ein gäniges Mittel ist auch in der heutigen Zeit noch die gute alte Mundpropaganda. Zufriedene Kunden werden dein Unternehmen beziehungsweise dein Produkt sicher an Freunde und Bekannte weiterempfehlen. 

2. Preise erhöhen 

Deutlich kurzfristiger kannst du deinen Umsatz steigern, indem du deine Preise erhöhst. Hier solltest du jedoch mit Bedacht und nicht willkürlich vorgehen. Denn erhöhst du deine Preise von heute auf morgen erheblich, kann es sein, dass du dadurch Kunden verlierst. Überleg dir also vorher genau, wie viel dein Produkt oder deine Dienstleistung Wert ist. Bei deiner Preiskalkulation musst du natürlich deine Ausgaben miteinbeziehen, aber ebenso deine Kunden und deine Konkurrenz. Vielleicht fällt dir dabei auf, dass du dein Produkt oder deine Dienstleistung bislang viel zu preiswert angeboten hast und deine Kunden durchaus bereit wären, mehr dafür zu bezahlen.

3. Mehr pro Kunde verkaufen 

Deine Bestandskunden sind ein ganz wichtiger Faktor in deinem Geschäftsmodell. Du brauchst nicht unbedingt Neukunden, um deinen Umsatz zu steigern – das schaffst du auch mit deinen bereits existierenden Kunden. Wie das geht? Du musst versuchen, deine Kunden an dich zu binden undsie außerdem dazu bewegen, mehr bei dir auszugeben. 

Angenommen, du hast einen Friseursalon. Du könntest dem Kunden nach einer Beratung eine neue Haarfarbe empfehlen, die bisherige Farbe auffrischen oder ihm zusätzlich zum Schnitt ein Produkt verkaufen. Besitzt du eine Boutique zeigst du dem Kunden vielleicht einen passenden Gürtel oder ein Hemd zu seiner ausgesuchten Hose. Verkaufst du eine Software kannst du über eine Art Abo-Modell abrechnen und ein ergänzendes Produkt verkaufen. 

Du solltest dich bei jedem Kunden fragen …

[+]… was er zusätzlich zur ursprünglichen Leistung gebrauchen kann?
[+]… was du ihm außerdem noch verkaufen kannst?
[+]… wie du ihn langfristig und regelmäßig an dich bindest? 
[+]… welches Komplettangebot du für den Kunden im Angebot hast? 

Du musst dem Kunden keineswegs das teuerste Produkt verkaufen, um deinen Umsatz zu steigern. Es reicht bereits, wenn du ihm statt eines Produktes beziehungsweise einer Dienstleistung zwei verkaufst. Bietest du dem Kunden als zweites Produkt etwas günstigeres an, wird er es eher kaufen als etwas teureres. Die Kaufschwelle ist so einfach  niedriger. Beispielsweise wird der Kunde eher den Gürtel zur Hose kaufen als einen teuren Lederschuh. Achte im Kundenumgang dennoch darauf, dass du zu seinem Wohl entscheidest und ihm nichts unnötiges verkaufst, das ihn im Nachhinein an der Kaufentscheidung zweifeln lässt. 

Verkaufst du jedem Kunden zusätzlich ein weiteres Produkt, wirst du deinen Umsatz mit der gleichen Anzahl an Kunden signifikant steigern. 

Du hast drei unterschiedliche Strategien kennengelernt, wie du deinen Umsatz steigern kannst. Natürlich musst du dich nicht für eine davon entscheiden. Kombinierst du alle drei, erhöhst du deinen Umsatz deutlich stärker als mit einer einzelnen. Neukunden zu gewinnen ist ein eher langfristiges Thema. Deinen Bestandskunden mehr zu verkaufen und die Preiserhöhung können auch kurzfristig auf der Agenda stehen. 

Gewinn steigern 

Eine Stellschraube für mehr Geld auf dem Konto ist dein Umsatz, eine weitere dein Gewinn. Eben haben wir geklärt, wie du deinen Umsatz steigern kannst. Nun wollen wir deinen Gewinn erhöhen. Effektiv funktioniert das, indem du deine deinen Umsatz erhöhst und deine Kosten senkst. Gibst du weniger Geld aus, bleibt mehr von deinen Einnahmen übrig. 

Kurze Erinnerung 

Umsatz – Ausgaben = Gewinn

Theoretisch ist das simpel. Praktisch musst du dir jetzt überlegen, an welcher Stelle du deine Kosten reduzieren kannst. Wichtig: Dein Sparplan darf nicht dein Tagesgeschäft behindern oder negativ beeinflussen. Es gilt, unnötige Kostentreiber zu finden und zu beseitigen.

Kosten sparen ist ganz einfach

Einen guten Anfang bietet dir ein Blick auf deine Fixkosten. Wie viel gibst du im Monat beispielsweise für Strom aus? Ein Anbietervergleich kann sich definitiv lohnen und dir im Jahr einige hundert Euro einsparen. Apropos Stromkosten – Computer, Drucker und andere Elektrogeräte hängen nonstop an der Steckdose. Verwendest du eine Zeitschaltuhr, sparst du dir den Stand-by-Modus über Nacht und damit bares Geld. 

Keine Frage, Versicherungen sind wichtig und teilweise Pflicht. Aber wann hast du das letzte Mal Preise verglichen? Schließt du all deine Versicherungen bei einem Anbieter ab, erhältst du sicherlich Sonderkonditionen. Bei vielen Versicherern profitierst du zudem von Neukundenrabatten. Vielleicht stellst du auch fest, dass du eine Versicherung abgeschlossen hast, die du gar nicht brauchst. 

In puncto Büromaterialien können bei manchen Unternehmen definitiv Kosten eingespart werden. Auch hier lohnt sich ein Anbietervergleich, wenn du Stifte, Blöcke und Co. geliefert bekommst. 

Solltest du mit externen Produzenten und Lieferanten zusammenarbeiten, bietet sich hier ebenfalls die Möglichkeit zu vergleichen. Vielleicht findest du neue Partner, die entweder die Qualität deines Produktes steigern oder dir bei gleichbleibendem Status Quo günstigere Konditionen bieten. 

Wie du siehst, zahlt sich ein Preisvergleich an verschiedenen Stellen aus, um deine Kosten zu senken. Solltest du Sparpotenzial erkennen, aber nicht deine Lieferanten wechseln wollen, kannst du auch in Verhandlung gehen. Such das Gespräch mit deinem Zulieferer und frag ganz offen, welches bessere Angebot er dir machen kann. Mehr Verhandlungssicherheit gewinnst du, wenn du genau weißt, wieviel du bei ihm absetzt und wie häufig. Im besten Fall möchte er dich nicht als Kunden verlieren und gibt dir einen Rabatt beziehungsweise künftig bessere Konditionen. 

Eine weitere Möglichkeit, deinen Gewinn zu steigern, besteht darin, Steuern zu sparen. Das deutsche Steuerrecht ermöglicht es Unternehmen, einige ihrer Ausgaben von der Steuer abzusetzen. Dazu gehören beispielsweise Kleinigkeiten wie Büromaterialien, aber auch ein Firmenwagen oder Weiterbildungen für deine Mitarbeiter. Musst du weniger Steuern bezahlen, bleibt dir als Unternehmer automatisch mehr Gewinn. 

Fazit

Umsatz und Gewinn liegen nah beieinander – das eine funktioniert nicht richtig ohne das andere. Wer nichts umsetzt, kann auch keinen Gewinn erzielen. Damit dir als Unternehmer unterm Strich mehr übrig bleibt, kannst du entweder deine Umsätze Mithilfe verschiedener Strategien steigern oder du senkst deine Kosten. Auch hier gibt es im Unternehmen in der Regel mehrere Stellschrauben. Beides hat einen höheren Gewinn zur Folge. 

Was du sowohl bei steigenden Umsätzen als auch bei sinkenden Kosten und Steuerentlastungen nicht außer Acht lassen darfst: Kleinvieh macht auch Mist. Mehrere kleine Beträge, die du mehr einnimmst oder einsparst, summieren sich am Ende des Jahres zu einem großen Haufen. Das Geld, das am Ende der Bilanz übrig bleibt, gehört schließlich dir als Unternehmer. Deswegen lohnt es sich, auch bei vermeintlichen Kleinigkeiten penibel zu sein und die berühmte Extrameile zu gehen. Wie heißt es so schön: „Wer den Cent nicht ehrt, ist den Euro nicht Wert.“

Wir machen keine Steuerberatung. Zeitgold ersetzt keinen zertifizierten Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr.