KassenSichV 2020 – die ultimative Checkliste

KassenSichV 2020 – die ultimative Checkliste

Die Anforderungen an Kassensysteme werden schärfer. Ab dem 1. Januar 2020 tritt die Kassensicherungsverordnung in Kraft – kurz KassenSichV. Das neue Kassengesetz soll Manipulationen an Registrierkassen verhindern und digitale Aufzeichnungen transparenter machen. Mit der KassenSichV kommt eine ganze Liste von Pflichten, Änderungen und Fristen, die bei Unternehmern für Unruhe sorgen. Keine Panik! Zeitgold hat die wichtigen Punkte für dich zusammengefasst und gibt Antworten auf die brennendsten Fragen.  

Neues Kassensystem anschaffen – ja oder nein?

Nicht unbedingt. Ab dem 1. Januar 2020 dürfen nur noch Kassensysteme eingesetzt werden, die mit einer technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) aufgerüstet werden können. Die TSE soll digitale Aufzeichnungen manipulationssicher machen und muss vom Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik zertifiziert sein. 

Falls es nicht möglich ist, deine Kasse mit einer TSE auszustatten, musst du ein neues Kassensystem anschaffen. Wenn du es noch nicht getan hast, kontaktiere schnellstmöglich den Hersteller deines Systems. Erfrage, ob eine Umrüstung möglich ist und wenn ja, ob sie pünktlich bis Ende September 2020 umgesetzt werden kann.

Bis wann muss ich meine Kasse mit der TSE ausrüsten? 

Bis wann du deine Kasse aufgerüstet haben musst, ist vom Zeitpunkt der Anschaffung abhängig. Stichtag ist hier der 25. November 2010. Kassensysteme, die nach diesem Datum gekauft wurden und nicht TSE-fähig sind, dürfen noch zum 1. Januar 2023 genutzt werden. Ab dann muss die Kasse definitiv mit einer TSE ausgestattet sein. Für alle älteren Kassen galt lange der 1. Januar 2020 als Frist. Im September wurde dann aber eine Schonfrist gegeben.

Da die technischen Sicherheitseinrichtungen erst seit Kurzem zur Verfügung stehen, verkündete das Bundesfinanzministerium in einem neuen BMF-Schreiben den Aufschub der Umrüstungspflicht bis zum 30. September 2020. Die Aufrüstungen seien immer noch umgehend durchzusetzen. Sollte die Umrüstung bis zu diesem Datum noch nicht erfolgt sein, werde das Kassensystem jedoch nicht beanstandet. Kümmere dich also am besten sofort darum, dein Kassensystem an die neue Gesetzgebung anzupassen.

Belegausgabepflicht ab 2020 – wer ist betroffen?

Die Belegausgabepflicht ist Teil der Kassensischerungsverordnunug. Somit sind alle Unternehmer mit einem elektronischen Kassensystem daran gebunden. Die Belegausgabepflicht verpflichtet dazu, jedem Kunden einen Kassenbon auszustellen.

Kunden sind allerdings nicht zur Mitnahme des Belegs verpflichtet. Du musst ihn lediglich anbieten. Ob dein Betrieb im Bereich Handwerk, Dienstleistung, Einzelhandel oder Gastronomie tätig ist, spielt keine Rolle. Allerdings gibt es die die Möglichkeit, sich unter bestimmten Umständen von der Pflicht befreien zu lassen.

Befreiung von der Belegausgabepflicht – geht das?

Prinzipiell ja. Wenn du Waren an eine Vielzahl dir nicht bekannter Personen verkaufst, kannst du aus Unzumutbarkeitsgründen einen Befreiungsantrag bei der Finanzbehörde stellen. Bäckereien beispielsweise haben gute Aussichten auf eine Befreiung. Die Entscheidung liegt im Ermessen der Behörde. Um als Ausnahmefall in Betracht gezogen zu werden, muss eine sachliche oder persönliche Härte bestehen. Zusätzliche Kosten zählen dabei nicht als sachliche Härte. 

Achtung

Auch wenn du von der Belegausgabepflicht befreit bist, haben deine Kunde weiterhin Anspruch auf eine Quittung oder eine Rechnung. Wichtig ist auch, dass die TSE nicht von der Befreiung eingeschränkt wird. 

Meldepflicht für Registrierkassen 

Mit der KassenSichV tritt auch die Meldepflicht für elektronische Kassensysteme in Kraft. Laut dieser Verordnung musst du dein elektronisches Aufzeichungssystem dem Finanzamt melden. Die Frist zur Meldung hängt vom Anschaffungszeitraum ab.


Anschaffungsdatum

Meldefrist
bis 31. Dezember 201931. Januar 2020

ab 1. Januar 2020
einen Monat nach der Anschaffung

Hinweis

Das hierfür notwendige Formular gibt es allerdings noch nicht. Da sich die Meldung auf die TSE bezieht, kann sich die Frist somit bis zum 30.09.2020 verschieben.

Was passiert bei Verstößen gegen die KassenSichV? 

Verstöße gegen die Anforderungen der Kassensicherungsverordnung kommen Unternehmer und Kassenhersteller teuer zu stehen. Hältst du dich nicht an die gesetzlichen Vorgaben, musst du mit empfindlichen Bußgeldern rechnen. Ordnungswidrigkeiten können dich von 5000 Euro bis zu 25.000 Euro kosten. Auch gegen Kassenhersteller können Bußgelder verhängt werden. Als Unternehmer verstößt du gegen das Kassengesetz, wenn du

  • buchungs- oder aufzeichnungspflichtige Geschäftsvorfälle oder Betriebsvorgänge nicht oder falsch aufzeichnest, verbuchst oder verbuchen lässt.
  • ein elektronisches Aufzeichnunugssystem nicht oder nicht richtig verwendest.

Achtung Bußgeld!

Verstöße gegen die KassenSichV werden mit bis zu 25.000 Euro Bußgeld geahndet. Das gilt auch für den Verkauf nicht TSE-fähiger Kassen.

KassenSichV und GoBD – gibt es Änderungen?

Die GoBD – also die „Grund­sät­ze zur ord­nungs­mä­ßi­gen Füh­rung und Auf­be­wah­rung von Bü­chern, Auf­zeich­nun­gen und Un­ter­la­gen in elek­tro­ni­scher Form so­wie zum Da­ten­zu­griff” – sind weiterhin verpflichtend. Die Vorschriften gewährleisten eine ordnungsgemäße Kassenbuchführung und sind daher zwingend einzuhalten. Neu angeschaffte Registrierkassen müssen demnach GoBD-konform sein und einer Kassennachschau standhalten. Alles zum Thema GoBD erfährst du hier.

Wir machen keine Steuerberatung. Zeitgold ersetzt keinen zertifizierten Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr.

[https://www.zeitgold.com/jetzt-loslegen/?utm_source=organic&utm_medium=blog&utm_campaign=kassenbuch](Mehr erfahren) Jetzt Zeitgold erleben

Mit Zeitgold führst du dein Unternehmen Schritt für Schritt zum Erfolg. Erlebe die Vorteile der App jetzt live in der Demo und überzeug dich selbst!

Wilkommen beim Zeitgold Blog!

Leitest du dein eigenes Unternehmen?