Abzüge vom Gehalt: so viel Netto bleibt vom Brutto

Abzüge vom Gehalt: so viel Netto bleibt vom Brutto

Ein Blick auf die Gehaltsabrechnung kann einen stutzig machen. Klingt das Bruttogehalt ganz ansehnlich, kommt auf dem eigenen Konto deutlich weniger an. Ärgerlich, aber in Deutschland unausweichlich. Denn Deutschland schützt seine Bürger durch ein umfangreiches Sozialsystem. Die Rücklagen dafür bilden Arbeitnehmer und Arbeitgeber durch die Abgabe von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. Deswegen weichen Brutto- und Nettoeinkommen – je nach Steuerklasse – deutlich voneinander ab.

Damit du tatsächlich verstehst, wie sich dein ausgezahltes Geld zusammensetzt, sind ein paar Rechnungen nötig. Zeitgold erklärt dir, wie ausgehend vom Bruttogehalt das Nettogehalt berechnet wird. 

Nettogehalt berechnen – so geht’s

Im ersten Schritt addierst du zu dem vertraglich festgelegten Bruttogehalt Zuschläge, Provisionen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie vermögenswirksame Leistungen. Die sich daraus ergebende Endsumme ist steuer- und sozialversicherungspflichtig. Von diesem Betrag werden im nächsten Schritt Lohn-, und Kirchensteuer sowie Beiträge zur Sozialversicherung abgezogen. Dazu gehören Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung. Der Solidaritätszuschlag wird bis Ende 2020 ebenfalls abgezogen. Danach läuft dieser aus. 

Nach Abzug der steuer- und sozialversicherungspflichtigen Beiträge ergibt sich das Nettogehalt. Das Nettogehalt muss sich nicht zwangsläufig mit dem ausgezahlten Betrag decken. Erhielt der Arbeitnehmer beispielsweise einen Vorschuss, wird dieser vom Nettogehalt abgezogen. Das Gleiche kann für Sachbezüge wie ein privat genutztes Handy in Firmenbesitz gelten.

Abzüge vom Bruttogehalt

Die Tabelle soll dir veranschaulichen, welche Abzüge es vom Bruttogehalt gibt:

Bruttogehalt
+vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers
+Zuschläge (z. B. Überstunden oder Nachtarbeit)
+Prämien, Umsatzprovisionen
+sonstige Bezüge (beispielsweise Urlaubs-/Weihnachtsgeld)
=Steuer- und sozialversicherungspflichtiges Bruttogehalt
Lohnsteuer
Kirchensteuer (gegebenenfalls)
Solidaritätszuschlag (bis Ende 2020)
Krankenversicherung
Pflegeversicherung
Arbeitslosenversicherung
Rentenversicherung
=Nettogehalt
vermögenswirksame Leistungen des Arbeitnehmers
Vorschüsse (gegebenenfalls)
Sachbezüge
sonstige Abzüge (beispielsweise Abschlagszahlungen)
=auszuzahlender Betrag

Welche Abzüge vom Gehalt gibt es?

Die Brutto-Netto-Rechnung veranschaulicht bereits gut, welche Abzüge sich vom Bruttogehalt ergeben. Einen wichtigen Punkt auf der Rechnung stellen die Sozialversicherungsbeiträge dar. Hierzu gehören Abgaben zur Krankenversicherung (14,6 Prozent) plus ein Zusatzbeitrag, der von Krankenkasse zu Krankenkasse abweicht. Durchschnittlich liegt der Zusatzbeitrag bei 0,9 Prozent. Außerdem die Rentenversicherung (18,6 Prozent), Pflegeversicherung (3,05 Prozent) und Arbeitslosenversicherung (2,5 Prozent). 

Die Sozialversicherungsbeiträge werden von Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen geteilt. Das heißt, der Arbeitnehmer trägt für die Krankenversicherung 7,3 Prozent und der Arbeitgeber die gleiche Summe. Für die Rentenversicherung ergeben sich für den Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils 9,3 Prozent, für die Arbeitslosenversicherung jeweils 1,25 Prozent und für die Pflegeversicherung je 1,525 Prozent. Arbeitnehmer ohne Kinder bezahlen zu ihrem Pflegeversicherungsanteil von 1,525 Prozent zusätzlich 0,25 Prozent. 

Ein weiterer großer Faktor ist die Lohnsteuer. Die Höhe der Lohnsteuer hängt von Gehaltsklasse und Steuerklasse ab. Diese wiederum wird durch die  Lebensumstände bedingt. Heiratet der Arbeitnehmer oder bekommt Kinder, ändert sich auch seine Steuerklasse. Je nach Steuerklasse gibt es verschiedene Steuerfreibeträge, beispielsweise den Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag oder Alleinerziehendenentlastungsbetrag. 

Zwischen 14 und 45 Prozent des Einkommens fallen Steuern zum Opfer

Wer mehr verdient, muss auch mehr Steuern bezahlen. Aktuell fallen abhängig vom Gehalt zwischen 14 und 45 Prozent des Jahreseinkommens den Steuern zum Opfer. Für den Solidaritätszuschlag zahlen Arbeitnehmer 5,5 Prozent und für die Kirchensteuer fallen neun Prozent an. Wer in Baden-Württemberg oder Bayern arbeitet, zahlt mit acht Prozent Kirchensteuer einen Prozentpunkt weniger. Der Solidaritätszuschlag fällt ab 2021 weg. 

Durch die elektronische Lohnsteuerkarte kennt der Arbeitgeber die Steuerklasse seiner Mitarbeiter und deren Freibeträge. Der Arbeitgeber zieht die Lohnsteuer direkt vom steuer- und sozialversicherungspflichtigen Bruttogehalt ab und übermittelt sie umgehend an das Finanzamt. Mit den Beiträgen zur Sozialversicherung verhält es sich ähnlich. Der Arbeitgeber führt diese direkt an die Krankenkasse ab. Diese wiederum leitet die Beiträge an die entsprechenden Stellen weiter.

Nettogehalt selbst ausrechnen 

Das folgende Beispiel soll dir einen Überblick geben, mit wieviel Abzügen Arbeitnehmer rechnen müssen. Für die Musterrechnung dient ein 1986 geborener kinderloser Single aus Berlin. Als Grafiker verdient er 2800 Euro brutto im Monat.

Lohnsteuer: In einem Lohnsteuer-Rechner des Bundesministeriums der Finanzen die Lohnsteuer berechnen. Für das obige Beispiel ergibt sich eine Lohnsteuer in Höhe von 372,25 Euro

Solidaritätszuschlag: Lohnsteuer (372,25 Euro) – Soli (5,5 Prozent) = 20,47 Euro 

Kirchensteuer: Lohnsteuer (372,25 Euro) – Kirchensteuer (9 Prozent) = 30,50 Euro 

Krankenversicherung: Bruttogehalt (2800 Euro) – (Krankenversicherungsbeitrag Arbeitnehmeranteil (7,3 Prozent) = 204,40 + kassenindividueller Zusatzbeitrag Arbeitnehmeranteil

Rentenversicherung: Bruttogehalt (2800 Euro) – Rentenversicherungsbeitrag Arbeitnehmeranteil (9,3 Prozent) = 260,4 Euro

Pflegeversicherung: Bruttogehalt (2800 Euro) – (Pflegeversicherungsbeitrag Arbeitnehmeranteil (1,525) + Zusatzbeitrag bei Kinderlosen (0,25 Prozent) = 49,7 Euro

Arbeitslosenversicherung: Bruttogehalt (2800 Euro) – Arbeitslosenversicherung Arbeitnehmeranteil (1,25 Prozent) = 35 Euro

[purple]Für unseren Musterarbeitnehmer ergibt sich eine Steuerlast von 423,22 Euro. Hinzu kommen Sozialversicherungsabgaben in Höhe von 549,50 Euro. Von seinem Bruttoeinkommen von 2800 Euro gehen somit fast 1000 Euro für Steuern und Sozialversicherungsabgaben weg. 

Wir machen keine Steuerberatung. Zeitgold ersetzt keinen zertifizierten Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr.

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