Was ist eine Lohnsteuerbescheinigung?

Was ist eine Lohnsteuerbescheinigung?

Einmal im Jahr erhält der Arbeitnehmer neben seinen monatlichen Gehaltsabrechnungen eine Lohnsteuerbescheinigung. Diese stellt das Ende des Lohnsteuerabzugs eines Jahres dar. Auf der Lohnsteuerbescheinigung sieht der Beschäftigte übersichtlich, wie hoch seine Steuer- und Sozialabgaben im vergangenen Jahr ausfielen und wieviel Bruttogehalt er bekam. Die Lohnsteuerbescheinigung kann entweder als Ausdruck oder in elektronischer Fassung erfolgen. 

Der Arbeitgeber ist nicht nur verpflichtet, dem Arbeitnehmer seine Lohnsteuerbescheinigung auszuhändigen, er muss auch die Daten elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Beides regelt §41b Abs. 1 Einkommensteuergesetz. Die Lohnsteuerbescheinigung stellt auch die Basis der Einkommensteuererklärung eines Arbeitnehmers dar. 

Wann wird die Lohnsteuerbescheinigung ausgestellt?

Der Arbeitgeber schließt das Lohnkonto eines Arbeitnehmers am Ende des Jahres oder zum Zeitpunkt der Beendigung der Beschäftigung ab. Damit ist der Lohnsteuerabzug eines Jahres beendet und alle Steuern und Sozialabgaben sind bezahlt.

Der Beschäftigte erhält seine Lohnsteuerbescheinigung also frühestens im Dezember und spätestens Ende Februar. Denn am letzten Tag im Februar des Folgejahres läuft die Frist, die Daten an das Finanzamt zu übermitteln, für den Arbeitgeber ab. In der Regel kommt die Lohnsteuerbescheinigung gemeinsam mit der Gehaltsabrechnung im Januar oder Februar.

Elektronische Lohnsteuerbescheinigung – was ist das?

Seit 2013 gibt es keine Lohnsteuerkarten mehr. Stattdessen erhalten Arbeitgeber alle relevanten Daten zum Lohnsteuerabzug der Mitarbeiter wie Steuerklasse und Familienstand in einer Datenbank der Finanzverwaltung. Die Daten werden auch als Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale, kurz ELStAM, bezeichnet.

Die Lohnabrechnungen erstellt der Arbeitgeber maschinell und stellt daraufhin auch eine elektronische Lohnsteuerbescheinigung aus. Diese erhält nicht nur der Arbeitnehmer, die Daten werden auch dem Finanzamt elektronisch übermittelt. Wenn dieser Tage von einer Lohnsteuerbescheinigung gesprochen wird, ist die elektronische gemeint. 

Inhalt der Lohnsteuerbescheinigung 

Was steht in der Lohnsteuerbescheinigung? Es fängt an mit allgemeinen Angaben zu Arbeitnehmer und Arbeitgeber und reicht bis zu detaillierten Steuerabgaben. Hier eine Liste des Inhalts einer Lohnsteuerbescheinigung: 

  • Geburtsdatum
  • Steuerklasse
  • Anschrift und Steuernummer des Arbeitgebers
  • eTIN (elektronische Transferidentifikationsnummer)
  • Steueridentifikationsnummer
  • Personalnummer (vom Arbeitgeber zugewiesen)
  • Kinderfreibeträge
  • Bruttoarbeitslohn
  • Abgaben für Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer
  • Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung
  • ausgezahltes Kindergeld
  • vierstellige Nummer des Finanzamts, an das die Lohnsteuer abgeführt wurde

Lohnsteuerbescheinigung aufbewahren – so geht’s richtig

Auch wenn viele Mitarbeiter der Lohnsteuerbescheinigung keine Beachtung schenken, sollten sie sie nicht wegwerfen. Denn sie gilt in verschiedenen Situationen als Beweisgrundlage. Mindestens bis zum Renteneintritt sollten Arbeitnehmer ihre Lohnsteuerbescheinigung aufbewahren. Sie kann dazu dienen, die Altersrente zu berechnen oder die kalkulierte Rente anzufechten. Noch vor Renteneintritt wird sie beispielsweise bei BAföG-Anträgen der eigenen Kinder oder bei der Beantragung von Elterngeld benötigt. 

Lohnsteuerbescheinigung verloren – was nun?

Sollte der Arbeitnehmer seine Lohnsteuerbescheinigung verloren haben, erhält er von der Personalabteilung eine neue ausgestellt. Da die Lohnsteuerbescheinigungen sowieso elektronisch vorliegen, ist das kein Problem. Viele Firmen händigen Lohn- Gehaltsabrechnungen sowie Lohnsteuerbescheinigungen ohnehin nur noch digital zum Herunterladen aus.

Unterschied zwischen Lohnsteuerbescheinigung und Gehaltsabrechnung

Die Lohnsteuerbescheinigung erhält jeder Arbeitnehmer zum Endes des Kalenderjahres oder bei Ausscheiden aus dem Betrieb. Darin kann er seinen Bruttolohn inklusive Sachbezügen sowie die Steuer- und Sozialabgaben ablesen. Die Lohnsteuerbescheinigung gibt es also nur einmal im Jahr. 

Anders sieht das mit der Lohn- und Gehaltsabrechnung aus. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, sie jedem Mitarbeiter gegen Ende eines jeden Monats auszustellen. Darin werden sämtliche Be- und Abzüge eines Mitarbeiters aufgelistet. So stehen in der Lohn- und Gehaltsabrechnung das Brutto- sowie Nettogehalt, sämtliche Zuschläge und die Abzüge durch Steuern und Sozialabgaben und gegebenenfalls Vorschüssen. Alle Punkte werden einzeln und nachvollziehbar aufgelistet. 

Mit Hilfe der Lohn- und Gehaltsabrechnung sollen Beschäftigte monatlich detailliert nachvollziehen können, wie viel sie verdient haben und welche Abzüge es von ihrem Gehalt gab. Die Lohnsteuerbescheinigung gibt Arbeitnehmern einen Überblick über ihren Jahres-Brutto-Verdienst und die Abgaben für Steuern und Sozialversicherung.

Lohnsteuerbescheinigung Minijob

Ob Minijobber eine Lohnsteuerbescheinigung erhalten, hängt von ihrer Besteuerung ab. Rechnet der Arbeitgeber einen Minijob pauschal mit zwei Prozent ab, muss er keine Lohnsteuerbescheinigung ausstellen. Anders sieht es aus, wenn der Minijobber nach seiner eigenen Steuerklasse versteuert wird. Dann gelten genauso wie bei festangestellten Mitarbeitern die individuellen Steuermerkmale (ELStAM) wie Familienstand und Freibeträge. In dem Fall erhält auch ein Minijobber eine Lohnsteuerbescheinigung. 

Lesetipp

Auch Minijobber erhalten eine Gehaltsabrechnung. Hier findest du alle wichtigen Informationen zu dem Thema.

Wofür braucht man eine Lohnsteuerbescheinigung?

Nicht nur bei Renteneintritt können die Lohnsteuerbescheinigungen hilfreich sein. Sie vereinfachen dem Arbeitnehmer auch seine Einkommensteuererklärung. Denn der Beschäftigte kann die Werte der Lohnsteuerbescheinigung in der Steuererklärung übernehmen. Daten wie Bruttogehalt, Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, und Kirchensteuer können direkt abgelesen und bei der Steuererklärung eingetragen werden. 

Wir machen keine Steuerberatung. Zeitgold ersetzt keinen zertifizierten Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr.

[https://www.zeitgold.com/jetzt-loslegen/?utm_source=organic&utm_medium=blog&utm_campaign=Lohnsteuerbescheinigung](Mehr erfahren) Jetzt Zeitgold erleben

Erfahre, wie du mit der Zeitgold App nicht nur Zeit, Geld und Nerven sparst, sondern auch dein Unternehmen strategisch vorantreibst. Melde dich jetzt zu einer unverbindlichen Kurzberatung an und erlebe die Vorzüge der App in einer Live-Demo.

Wilkommen beim Zeitgold Blog!

Leitest du dein eigenes Unternehmen?