Mit der Mindestumsatzberechnung zum Erfolg

Mit der Mindestumsatzberechnung zum Erfolg

Du hast reichlich Kundschaft, erwirtschaftest ordentlich Umsatz und trotzdem ist am Monatsende die Kasse leer? Du nimmst scheinbar nicht genug ein, um deine ganzen Ausgaben zu decken. Im schlimmsten Fall ziert ein rotes Minus dein Konto. Um dieses Szenario zu vermeiden, musst du deine Finanzen im Griff haben. 

Denn wer sich vor Zahlen und Kalkulationen drückt, kann seinen Laden schnell wieder schließen. Auch wenn du voller Leidenschaft Kunden bewirtest, Blumen verkaufst oder Haare schneidest – in erster Linie bist du Unternehmer und musst die wirtschaftliche Lage deines Unternehmens kennen und steuern. 

Hilfestellung dafür bietet dir die Mindestumsatzberechnung. Mit dieser findest du heraus, wie viel Umsatz du erwirtschaften musst, um deine geschäftlichen Ausgaben zu decken und dabei noch genug für den Lebensunterhalt übrig zu haben. Zeitgold erklärt dir, wie’s geht. 

Lesetipp

Erfolgreiches Unternehmen – Umsätze und Gewinne steigern

Was ist der Mindestumsatz?

[teal] Der Mindestumsatz bezeichnet die Höhe des Umsatzes, bei dem ein Unternehmen seine Selbstkosten eingenommen hat. Dazu gehören beispielsweise Ausgaben für Miete, Personal und Nebenkosten. Du kannst den Mindestumsatz mit Hilfe deiner betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA) berechnen.<br><br>

Kurz gesagt:
Der Mindestumsatz gibt an, wie viel Geld du im Jahr, im Monat oder am Tag mindestens umsetzen musst, um kostendeckend zu deinen Betriebskosten und Lebenshaltungskosten zu arbeiten. 

BWA lesen und Mindestumsatz berechnen

Die Berechnung für den Mindestumsatz erfolgt aus der BWA, der betriebswirtschaftlichen Auswertung. Die Ausgangsgröße der Berechnung ist der erforderliche Gewinn. Die BWA kannst du entweder selbst erstellen, oder du erhältst sie von deinem Steuerberater am Monatsende. 

Das für Laien schwer lesbare Schriftstück informiert dich über die wirtschaftliche Lage deines Unternehmens. Verstaue sie nicht ungelesen im Aktenschrank, denn ein Blick auf die Zahlen aus den vergangenen Monaten lohnt sich. So erkennst du, ob sich dein Unternehmen gut entwickelt oder ob sich Probleme abzeichnen und kannst rechtzeitig reagieren. 

Die BWA zeigt dir zudem, welche Umsätze dein Betrieb erwirtschaftet hat, welche Kosten angefallen sind und wie hoch dein Gewinn ist. Im Klartext: Die BWA dröselt das Zahlenwirrwarr auf und vereinfacht die Berechnung des Mindestumsatzes. 

Unternehmer-Tipp

Umfassende Finanzanalysen und Einblicke in deine Geschäftsentwicklung bietet dir auch das Insights-Tool von Zeitgold. In verständlichen Grafiken werden deine Daten tagesaktuell aufbereitet, sodass du frühzeitig auf Trends reagieren und deine Margen optimieren kannst. 

Mindestumsatz berechnen in 4 Schritten 

Die Mindestumsatzberechnung ermittelt also den unbedingt erforderlichen Umsatz, den du benötigst, um deine privaten Ausgaben, kommende Fixkosten und voraussichtliche Betriebskosten zu decken. MIt den folgenden fünf Schritten klappt es.

1. Gewinnbedarf ermitteln

Im ersten Schritt ermittelst du den erforderlichen Gewinn: Wie viel muss am Monatsende in der Kasse sein? Der Gewinn sollte so hoch sein, dass deine private Lebensführung, soziale Aufwendungen, die anfallenden Steuern sowie mögliche Zins- und Tilgungsraten für aufgenommene Darlehen bezahlt werden können. Folgendes musst du dabei beachten:

  • Privatleben

Deine Angestellten erhalten zwar ihr festes monatliches Gehalt. Aber was ist mit dir? Kalkuliere, was dich dein Leben kostet. Wie viel Miete zahlst du? Wie viel gibst du für Lebensmittel, Kleidung und Freizeitgestaltung aus? Stehen besondere Ausgaben für einen Umzug oder ein neues Auto an? Auch die Familien- und Altersvorsorge musst du bedenken. 

  • Steuern

Die Steuern werden immer auf den Gewinn deines Unternehmens auf Grundlage deines Gewinns ermittelt. Damit dich das Finanzamt nicht überrumpelt – berücksichtige die Steuerzahlung bereits in deiner Finanzplanung. 

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Hast du deinen Gewinnbedarf ermittelt? Dann geht es weiter mit der Kostenstruktur. 

2. Kostenstruktur berechnen

Im zweiten Schritt wird die Kostenstruktur aufgeschlüsselt. Welche Kosten hat dein Unternehmen insgesamt? Sachkosten, Personalkosten und Versicherungen – alles wird addiert. Die BWA gibt dir eine grobe Gliederung vor: 

  • Gehälter
  • Raumkosten
    • Miete
    • Gas
    • Strom
    • Wasser
  • Versicherungsbeiträge
  • Kfz-Kosten
  • Werbe-/Reisekosten
  • Abschreibungen
  • Reparatur/ Instandhaltung
  • Sonstige Kosten wie beispielsweise 
    • Porto
    • Telefon
    • Internet
    • Bürobedarf 
    • Fortbildungskosten
    • Werkzeuge 

Anhand der Jahresübersicht in deiner BWA kannst du die Ausgaben der einzelnen Monate vergleichen. Überleg dir auf dieser Basis, wo sich in nächster Zeit Kostenerhöhungen ergeben und wo du Kosten einsparen kannst. 

Notiere dir am besten direkt deine Überlegungen: Wofür gibst du künftig mehr aus? Wird beispielsweise dein Internet teurer oder die Miete erhöht? Steht eine Renovierung an? Willst du neue Mitarbeiter einstellen? Überprüfe auch, wie du deine Ausgaben senken und wo du Geld einsparen kannst. Wie das funktioniert, liest du in unserem Artikel Mit den eigenen Zahlen arbeiten – so senkst du deine Ausgaben. 

3. Material- und Warenaufwand errechnen

Hast du deinen Gewinnbedarf ermittelt und deine Kosten strukturiert, dann wird gerechnet: Addiere deinen Gewinnbedarf mit allen anfallenden Ausgaben. Das Ergebnis ist der Rohertrag. 

Damit ist die Kalkulation aber noch nicht vorbei. Es geht weiter mit dem Material- und Warenaufwand. Dazu zählen der Einkaufspreis, sowie die Aufbewahrung und Verarbeitung der Güter. 

Auch hier hilft dir deine BWA. Wie viel hast du in den vergangenen Monaten für Waren ausgegeben? Hast du jeden Monat die gleichen Ausgaben? Gibt es Schwankungen? Berücksichtige dies in deiner Berechnung. Sind die Werte unterschiedlich, nimmst du den Durchschnitt der letzten Monate. 

Im nächsten Schritt addierst du zu deinem Rohertrag die eben berechneten Kosten für den Material- und Warenaufwand. Das Ergebnis ist dein Umsatz beziehungsweise deinen Mindestumsatz. 

Jetzt hast du schon einiges erreicht! Der berechnete Mindestumsatz zeigt dir, wie viel du mindestens erwirtschaften musst, um Gewinnbedarf, Kosten und Materialaufwand zu decken. 

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4. Rohertragsquote und Mindestumsatz berechnen

Willst du deinen Finanzplan aufs nächste Level heben? Dann berechne im nächsten Schritt deine Rohertragsquote. Diese zeigt dir, wie viel Prozent deines Umsatzes im Unternehmen hängen bleibt. Anhand dieser Kennzahl kannst du die Entwicklung deines Unternehmens beobachten und deinen Mindestumsatz berechnen. 

So berechnest du deinen Mindestumsatz mit der Rohertragsquote 

[purple] Rohertragsquote = Rohertrag : Umsatz x 100 <br>
Mindestumsatz = Rohertrag : Rohertragsquote x 100 

Das Ergebnis zeigt dir, welchen Mindestumsatz du bei der unterstellten Rohertragsquote benötigst. Diesen Betrag musst du erwirtschaften, um alle deine Ausgaben zu decken und deinen Gewinnbedarf zu erreichen. 

Mindestumsatz berechnen – ein Beispiel 

Letzten Monat hast du einen Umsatz von 20.000 Euro erwirtschaftet. Dein Materialaufwand lag bei 5000 Euro. Der Rohertrag ist die Differenz zwischen Umsatzerlös und Materialaufwand. Folglich hattest du einen Rohertrag von 15.000 Euro. Die Rohertragsquote beträgt hier 75 Prozent. 

Im nächsten Monat erhöhen sich deine Ausgaben und du benötigst mindestens einen Rohertrag von 16.000 Euro. Wie viel musst du jetzt erwirtschaften? Davon ausgehend, dass deine Rohertragsquote in den letzten Monaten überwiegend stabil war, ergibt sich folgender Mindestumsatz: 

[teal] Mindestumsatz: 16.000 : 75 x 100 = 21.333 Euro 

Deine Rohertragsquote variiert von Monat zu Monat. Im Durchschnitt liegt sie jedoch bei 70 Prozent. Wie viel musst du also mindestens erwirtschaften, um deine Kosten zu decken? 

[teal] Mindestumsatz: 16.000 : 70 x 100 = 22.857 Euro

Gehst du von verschiedenen Quoten aus – bekommst du eine Bandbreite von Umsätzen, die du mindestens erzielen musst. Dies kann dir helfen, böse Überraschungen zu vermeiden und dein Unternehmen für die Zukunft zu wappnen. 

Wir machen keine Steuerberatung. Zeitgold ersetzt keinen zertifizierten Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr.

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