Corona-Soforthilfe: So kommst du jetzt an das Geld vom Bund

Corona-Soforthilfe: So kommst du jetzt an das Geld vom Bund

Corona-Soforthilfe: Wie du das Geld vom Bund beantragst und welche Voraussetzungen gelten.

31. März 2020

Seit Montag stehen die Soforthilfeprogramme der Bundesregierung in Höhe von 50 Milliarden Euro zur Verfügung. Der Schutzschirm soll Solo-Selbstständige, Freiberufler und kleine Unternehmen, die durch die Coronakrise in Not geraten sind, finanziell unterstützen. Zeitgold erklärt dir, welche Hilfen dir zustehen und wie du sie beantragst.

Corona-Soforthilfe vom Bund: Welche Voraussetzungen gibt es?

Solo-Selbstständige, Freiberufler und kleine Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern können das Soforthilfeprogramm vom Bund in Anspruch nehmen. Voraussetzung ist, dass sich dein Unternehmen vor den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im März 2020 nicht in wirtschaftlicher Schieflage befand. Dein wirtschaftlicher Schaden muss also direkt mit der Coronakrise in Zusammenhang stehen. Als Stichtag ist der 11. März festgesetzt. 

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Wie viel Geld steht mir zu?

Die Höhe der Sofortleistung hängt von der Anzahl deiner Mitarbeiter ab. Der Zuschuss beträgt 

  • bei bis zu 5 Beschäftigten bis zu 9000 Euro, 
  • bei bis zu 10 Beschäftigten bis zu 15.000 Euro. 

Neben der Corona-Soforthilfe vom Bund, gibt es auch noch die Hilfsprogramme der Länder. Eine Kumulierung von Hilfszahlungen ist möglich. Das heißt, du kannst die Soforthilfen vom Bund beantragen und auch die von den Ländern. Die KfW vergibt ebenfalls unkompliziert Kredite für Unternehmen, die wegen Corona unter Druck geraten sind.

Beispielrechnung: So viel Corona-Soforthilfe erhältst du  

Du betreibst ein Restaurant in Hamburg mit vier Angestellten. Aufgrund des Einbruchs des öffentlichen Lebens ist dein Umsatz um 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat eingebrochen. Dadurch stehen dir vom Bund 9000 Euro zu. Zusätzlich erhältst du vom Land Hamburg Soforthilfen in Höhe von 5000 Euro. Insgesamt bekommst du somit 14.000 Euro. Wie hoch die Soforthilfen auf Länderebene ausfallen, hängt von dem Bundesland ab, in dem dein Firmensitz liegt. 

Muss die Soforthilfe zurückgezahlt werden?

Nein, das Geld muss nicht zurückgezahlt werden. Die Corona-Soforthilfe vom Bund erhalten Unternehmen einmalig, um Liquiditätsengpässe auszugleichen. Wenn du die Voraussetzungen erfüllst und dir die Soforthilfe zusteht, erhältst du das Geld sozusagen geschenkt. Es ist somit keine Art von Darlehen. 

Lesetipp

Der Zeitgold Newsticker hält dich über alle Entwicklungen zu Hilfsleistungen von Bund und Ländern auf dem Laufenden.

Soforthilfe-Checkliste: Diese Angaben sind für den Antrag notwendig

  • Ausweisdokument (bei Solo-Selbstständigen)
  • Steuer-ID oder Umsatzsteuer-ID (bei Solo-Selbstständigen)
  • Handelsregisternummer (bei Unternehmen)
  • Handelsregisterauszug oder Gewerbeanmeldung (bei Unternehmen)
  • Steuernummer des Unternehmens UND Steuer-ID des Inhabers
  • IBAN und Kreditinstituts des Geschäftskontos für die Auszahlung
  • Branche, in der du tätig bist
  • Anzahl deiner Mitarbeiter

Zur Schätzung der Höhe des Liquiditätsengpasses:

  • Höhe der monatlichen gewerblichen Miete 
  • Höhe der monatlichen Gesamtbetriebskosten (ohne Miete)
  • Nettoumsatz für die Zeit vom 01.12.2019 bis 29.02.2020 
  • Nettoumsatz für den März 2020
  • Höhe des abgeschätzten Liquiditätsengpasses in einem Zeitraum von drei Monaten, sprich von März 2020 bis Mai 2020

Sind die Corona-Soforthilfen steuerlich relevant?

Der Zuschuss soll die Existenz von Solo-Selbstständigen, Freiberuflern und kleinen Unternehmen sichern. Deswegen soll er ihnen in vollem Umfang zustehen und nicht für die Steuervorauszahlungen für 2020 berücksichtigt werden. Die Soforthilfen sind zwar grundsätzlich steuerpflichtig. Du musst sie aber erst bei deiner Steuererklärung für 2020 angeben – also erst in mehr als einem Jahr. Wenn du trotz Corona in 2020 einen Gewinn erwirtschaftest, fällt auf den Zuschuss dein individueller Steuersatz an.

Wie läuft der Antrag für die Soforthilfe vom Bund ab?

Das Antragsverfahren läuft bei vielen Ländern vollständig digital ab. Das heißt, du musst weder zu einer Behörde gehen, noch schriftlich etwas einreichen. Im Gegenteil: Zum Teil sagen die Behörden klar, dass sie schriftliche Anträge nicht bearbeiten und die Beantragung rein digital stattfinden muss. 

Dieses Verfahren wurde auch gewählt, um unbürokratisch vorgehen zu können und die Auszahlung schnell zu gewährleisten. Dies versprach Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Es soll so unbürokratisch wie möglich gehen – wo immer möglich, auch elektronisch.“

Du forderst die Bundes-Soforthilfe über die Länder an. Dies funktioniert über folgende Behörden und Stellen:

Wie lange können Anträge gestellt werden?

Die Anträge auf die Soforthilfe vom Bund können noch bis 31. Mai 2020 gestellt werden. Beachte, dass du deinen Antrag richtig ausfüllst und alle Angaben der Realität entsprechen. Ansonsten machst du dich strafbar und kannst rechtlich wegen Betrugs belangt werden. 

Berliner Investitionsbank: bereits mehr als 250.000 Anträge bearbeitet

In Berlin hat die zuständige IBB seit dem 27. März bereits zwei Drittel der 380.000 Anträge für eine Corona-Soforthilfe bearbeitet. Das sind mehr als 250.000 Anträge. Mit Stand von Montagabend soll außerdem schon die Auszahlung von 50 Millionen Euro angewiesen worden sein. Dies berichtete der Deutschlandfunk. Wie schnell die Mühlen momentan mahlen, zeigt ein Vergleich. Normalerweise bearbeitet die Investitionsbank zwei bis 3000 Kreditanträge pro Jahr. 

Wir machen keine Steuerberatung. Zeitgold ersetzt keinen zertifizierten Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr.