FAQ: Was bedeutet Corona für Unternehmen?

FAQ: Was bedeutet Corona für Unternehmen?

FAQ: Was bedeutet Corona für Unternehmen? Wichtige Fragen und Antworten.

Stand 24. März 2020

Die Coronakrise setzt Unternehmen massiv zu und hinterlässt viele offene Fragen. Wie soll ich mein Unternehmen weiterführen? Welche Unterstützung bekomme ich und wie geht es in den nächsten Wochen und Monaten weiter? Schlichtweg: Was bedeutet Corona für Unternehmen? Unsere FAQ nehmen Unsicherheiten und bieten Antworten auf die drängendsten Fragen.

Welche Regelungen gibt es für Kurzarbeit?

Dank des Kurzarbeitergeldes können Arbeitgeber wegen eines unabwendbaren Ereignisses – wie der Coronavirusepidemie – die wöchentliche Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter reduzieren. Dementsprechend bezahlen sie ihnen auch weniger Gehalt. 

Den Lohn berechnet der Arbeitgeber. Pauschal bekommen Arbeitnehmer ohne Kind etwa 60 Prozent ihres Nettolohns. Arbeitnehmer mit Kind erhalten ewa 67 Prozent. Die Regelungen für das Kurzarbeitergeld wurden von der Bundesregierung vereinfacht und gelten ab 1. März rückwirkend. Dazu musst du wissen: 

  • Der Anteil an vom Arbeitsausfall betroffenen Mitarbeiter darf nun schon bei zehn Prozent liegen. Bisher war es ein Drittel der Beschäftigten.
  • Negative Arbeitszeitsalden werden nicht oder nur teilweise aufgebaut. 
  • Auch Leiharbeiter haben nun Anspruch auf Kurzarbeitergeld.
  • Die Bundesagentur für Arbeit erstattet die Sozialversicherungsbeiträge der betroffenen Beschäftigten vollständig. 

Den Antrag zum Kurzarbeitergeld findest du bei der Bundesagentur für Arbeit. Weitere ausführliche Informationen  zur Kurzarbeit in der Coronakrise hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag zusammengestellt. 

Welche Steuererleichterungen gibt es für Unternehmen?

Das Bundesfinanzministerium hat umfassende Liquiditätshilfen für Unternehmen geplant. Bisher sind die Abstimmungen mit den Ländern noch nicht abgeschlossen. Die Pläne sehen bisher wie folgt aus: 

  • Noch fällige Steuern sollen gestundet werden – zinsfrei. Dies gilt, sofern deine Umsätze aufgrund der Coronakrise eingebrochen sind. Derzeit kann das Finanzamt Zinsen von 0,5 Prozent des Steueranspruchs für jeden angefangenen Monat berechnen. 
  • Säumniszuschläge werden erlassen.
  • Kontopfändungen und andere Vollstreckungsmaßnahmen sollen bis zum 31. Dezember ausgesetzt werden. Dies gilt aber nur, wenn du als Unternehmer von den Auswirkungen der Coronakrise betroffen bist.
  • Bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer können Steuervorauszahlungen leichter angepasst werden. Unternehmen können demnach ihre Vorauszahlungen bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie der Umsatzsteuer in diesem Jahr teilweise aussetzen, um Liquiditätsschwierigkeiten zu überwinden. Auch dies gilt nur, wenn das Unternehmen durch die Auswirkungen des Coronavirus in Not geraten ist.

Lesetipp

Hilfe in der Coronakrise: Diese Unterstützung gibt es für Unternehmen

Welche Liquiditätshilfen gibt es?

Die Bundesregierung hat unbegrenzte Maßnahmen zur Liquiditätssicherung von Unternehmen und deren Beschäftigten zugesichert. Vom Bundesfinanzministerium heißt es dazu: 

„Zunächst werden die bestehenden Programme für Liquiditätshilfen erheblich ausgeweitet, um den Zugang der Unternehmen zu günstigen Krediten zu erleichtern. Dazu werden unsere etablierten Instrumente zur Flankierung des Kreditangebots der privaten Banken ausgeweitet und für mehr Unternehmen verfügbar gemacht. Unternehmen sollten sich jetzt über ihre Hausbank an die KfW wenden.” 

Bundesfinanzministerium

Doch nicht nur der Bund, auch die verschiedenen Bundesländer haben Notfallhilfen für Corona-gebeutelte Unternehmen auf den Weg gebracht. Einen guten aktuellen Überblick der bisher zugesagten Coronahilfen für Unternehmen und Freiberufler stellt etwa das Handwerksblatt online bereit (Stand 18. März 2020).

Über neu beschlossene Liquiditätshilfen halten wir dich in unserem Corona-Newsticker auf dem Laufenden. 

Was tun bei drohender Insolvenz?

Bis die Liquiditätshilfen der Regierung bei den Unternehmen ankommen, muss überbrückt werden. Auch hier wird Erleichterung geschafft. Die reguläre Insolvenzantragspflicht von regulär drei Wochen wird bis zum 30.09. 2020 ausgesetzt. Dadurch sollen Unternehmen entlastet werden, die nur aufgrund zu spät bewilligter Kredite einen Insolvenzantrag stellen müssten. 

Ferner erklärt das Bundesfinanzministerium: „Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bereitet eine entsprechende gesetzliche Regelung vor, um Unternehmen zu schützen, die infolge der Corona-Epidemie in eine finanzielle Schieflage geraten.”

Corona-Verdacht im Unternehmen – wie gehe ich konkret vor?

Wenn einer deiner Mitarbeiter – oder du selbst – an Corona erkrankt ist oder der Verdacht besteht, solltest du als Arbeitgeber eng mit dem Gesundheitsamt zusammenarbeiten. Dein zuständiges Gesundheitsamt kannst du über eine Datenbank des Robert Koch-Instituts (RKI) ermitteln. Pflicht sind auch sofortige Schutzmaßnahmen für die restliche Belegschaft. 

Auch wenn ein Mitarbeiter in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einer mit Corona infizierten Person hatte, sind sofortige Maßnahmen zu ergreifen, selbst, wenn die Person symptomfrei ist. Die Erkrankung kann gerade bei Menschen im mittleren Alter milde verlaufen und wird nicht gleich erkannt. Die Inkubationszeit des Virus beträgt nach derzeitigem Informationsstand zwei bis 14 Tage. Es wurden aber auch Fälle mit einer längeren Inkubation nachgewiesen.

Testen lassen sollte man sich aber erst, wenn Symptome auftreten. Während der Inkubationszeit ist ein Test auf Covid-19 noch nicht aussagekräftig und würde die Laborkapazitäten unnötig belasten. Alle Informationen zur richtigen Vorgehensweise bei Coronaverdacht sind auch auf der Webseite des Robert Koch Instituts zu finden. 

Für den betroffenen Mitarbeiter sowie alle, mit denen er in den letzten 14 Zagen in Kontakt stand, bedeutet das: mindestens 14 Tage zu Hause in Quarantäne bleiben und selbstverständlich auch nicht in die Arbeit kommen. Hier gilt das Beschäftigungsverbot nach dem Infektionsschutzgesetz. Homeoffice ist trotz Quarantäne denkbar, hängt aber von seinem gesundheitlichen Zustand ab. 

Weisen auch andere Mitarbeiter Corona-Symptome wie Husten, Schnupfen, Halskratzen oder auch Durchfall auf, solltest du sie umgehend nach Hause schicken. Ein Corona-Verdacht ist immer meldepflichtig. 

Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall – was gilt?

Erkrankt ein Mitarbeiter, hat er Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn …

[purple]... er seit mindestens vier Wochen ununterbrochen in deinem Unternehmen angestellt ist. Ab der fünften Woche hat der Beschäftigte dann an Anrecht auf Entgeltfortzahlung bei Erkrankung 
[purple]... der Beschäftigte aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr im Stande ist, seinen Job auszuführen. Ein Kellner mit gebrochenem Bein kann beispielsweise nicht weiterarbeiten. 
[purple]... der Mitarbeiter seine Krankheit nicht selbst verschuldet hat. Wann dies gegeben ist, wird im Entgeltfortzahlungsgesetz nicht geregelt, sondern muss nach Einzelfall geprüft werden. 
[purple]... ein Mitarbeiter sich mit dem Coronavirus angesteckt hat. Seit dem 9. März 2020 dürfen Ärzte Patienten bei leichten Erkrankungen der oberen Atemwege für bis zu sieben Tage krankschreiben – selbst wenn sie nur miteinander telefoniert haben.
[purple]... wenn sich ein Beschäftigter wegen eines Coronaverdachts in Quarantäne befindet, aber nicht erkrankt ist, erhält er keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Er erhält aber eine Lohnfortzahlung nach dem Infektionsschutzgesetz. Der Arbeitgeber zahlt das Gehalt zunächst weiter, erhält das Geld aber nach Einreichen eines Antrags bei der zuständigen Behörde wieder zurück. 

Was tun, wenn Mitarbeiter von Schul- und Kitaschließungen betroffen sind?

Die Schließung von Kitas und Schulen bedeutet auch Schwierigkeiten für berufstätige Eltern. Ist dein Mitarbeiter davon betroffen, solltet ihr gemeinsam nach einer Lösung suchen. Möglichkeiten dafür sind: 

  • Homeoffice
  • flexible Arbeitszeiten
  • Abbau von Überstunden
  • Urlaub

Auch Mitarbeiter mit Kindern müssen ihrer Arbeitspflicht nachkommen und alle zumutbaren Anstrengungen unternehmen, um ihre Kinder anderweitig unterzubringen. Durch das Coronavirus wird das zunehmend erschwert, weil Großeltern eine besonders gefährdete Risikogruppe darstellen und daher nicht für die Betreuung in Frage kommen. 

Ist keine Kinderbetreuung ausfinding zu machen, kann der Mitarbeiter auf das Leistungsverweigerungsrecht zurückgreifen und sich von der Arbeitserbringung befreien lassen. §616 BGB regelt, dass diese Person ihr Gehalt weiterhin bezieht, auch wenn keine Arbeitsleistung erbracht wird.

Ausführliche Antworten auf wichtige Unternehmerfragen

Das Bundesfinanzministerium hat einen ausführlichen Katalog entwickelt, indem alle relevanten Fragen beantwortet werden. Solltest du noch mehr wissen wollen, informiere dich gerne auf dessen Seite

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